Ganz gleich, ob Angestellter, Selbständiger, Rentner oder Student, jeder benötigt ein Girokonto. Gehaltseingang, Geld abheben, Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten, mit der EC- oder Kreditkarte in den Geschäften oder im Internet bezahlen, all diese Bankgeschäfte wären sonst nicht möglich. Doch jeder möchte natürlich das beste Konto, das im Idealfall kostenlos ist und gute Konditionen bietet. Bei der Auswahl des Girokontos gibt es einiges zu beachten, um beispielsweise versteckte Kosten zu vermeiden. Nachfolgend erhalten Sie die besten Tipps.

Was ist ein kostenloses Girokonto?

Überweisungen, Lastschriften, Zahlungen mit der Giro- und Kreditkarte, all das läuft über das Girokonto. Für die Nutzung berechnen viele Banken Gebühren, beispielsweise anhand eines monatlichen Grundpreises oder der Zusammenrechnung verschiedener Buchungsposten. Teure Girokonten können jährlich bis zu 180 Euro kosten. Doch es geht auch anders, denn manche Anbieter vergeben gebührenfreie Girokonten. Dies gilt vor allem für Direktbanken, die die Nutzung oftmals gänzlich kostenfrei anbieten:

Kein monatlicher Grundpreis

Es entsteht bei einem kostenfreien Girokonto kein monatlicher Grundpreis, der von zahlreichen Banken als Kontoführungspauschale verlangt wird. Auch die Maestro- oder EC-Karte sollten kostenlos bereitgestellt werden, um damit weltweit kostenfrei Geld abheben zu können.

Gebührenfreie Überweisungen

Bei kostenlosen Girokonten der Direktbanken wird ein kostenfreier Zugang über das Internet und teilweise auch Telefon angeboten. In einer Bankfiliale sind die Überweisungen auch am Schalter mit keinen Kosten verbunden. Auch hier wird oftmals das Internetbanking angesehen. Wird für Überweisungen eine Gebühr fällig, handelt es sich um kein kostenloses Girokonto.

Gebührenfreies Abheben von Bargeld

Bei diesem Punkt müssen Sie zwischen In- und Ausland unterscheiden. Innerhalb von Deutschland gewährleisten viele Banken einen kostenlosen Bezug von Bargeld über eigene Automaten oder die einer Partnerbank. Direktbanken, die über kein eigenes Automatennetz verfügen oder zu keinem Banken-Verbund gehören, statten ihre Kunden oft mit einer kostenfreien Kreditkarte aus. Diese kann für den gebührenfreien Bezug von Bargeld an den entsprechenden Automaten, beispielsweise Visa oder Mastercard, in den verschiedenen Ländern mit Eurowährung oder sogar weltweit genutzt werden, beispielsweise bei der DKB-Bank.

Bei anderen Banken entstehen im Ausland beim Abheben von Bargeld mit der Kreditkarte Kosten. Diese können sehr unterschiedlich sein und von 3,50 Euro pro Abhebung bis hin zu einem Prozent des abgehobenen Betrags reichen. Große Filialbanken wie die Deutsche Bank oder Commerzbank haben im Ausland Kooperationsbanken, sodass für den Bargeldbezug oft die Girocard kostenfrei genutzt werden kann.

Was gibt es bei der Auswahl eines kostenlosen Girokontos zu beachten?

Die Vergabe eines kostenlosen Kontos ist häufig an gewisse Bedingungen bzw. Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehören beispielsweise:

  • regelmäßiger Geldeingang
  • ausschließliche Abwicklung der Bankgeschäfte über das Internet
  • versteckte Gebühren, beispielsweise im Erwerb der EC-Karte
  • Einige Girokonten sind beispielsweise lediglich für Studenten und Schüler gebührenfrei.

Die Höhe des Mindesteingangs von Gehalt, Rente, BAföG etc., die für eine kostenlose Nutzung des Girokontos oftmals gefordert wird, unterscheidet sich je nach Bank. Überprüfen Sie daher, bevor Sie ein vermeintlich kostenfreies Girokonto abschließen, die Konditionen genau. Gute Banken verzichten auf den Grundpreis und knüpfen keine Bedingungen daran. Ein kostenloses Girokonto ist absolut kostenfrei. Oft werden Girokonten als kostenlos angeboten, obwohl für einige Bankdienstleistungen Kontogebühren berechnet werden. Dies gilt insbesondere für Girokonten ohne monatlichen Geldeingang. Ein wichtiger Punkt sind zudem die Sollzinsen, die anfallen, wenn das Konto überzogen wird. Die Überziehungszinsen unterscheiden sich je nach Bank zum Teil deutlich. Sie betragen durchschnittlich 9,78 Prozent, können aber ebenso bei 14 Prozent liegen.

Gibt es zum kostenlosen Girokonto auch eine Kreditkarte dazu?

Die EC-/Girocard wird in der Regel bei jedem Girokonto mit vergeben. Für bargeldloses Bezahlen oder Geldabheben ist sie nahezu unverzichtbar. Einige Banken bieten mit dem kostenfreien Girokonto auch eine kostenlose Kreditkarte an. Doch auch hier sollten Sie beachten, ob Sie irgendwelche Bedingungen erfüllen müssen. So wird eine Kreditkarte beispielsweise manchmal erst kostenlos, wenn über die Karte ein Jahresumsatz von 2.500 Euro abgerechnet wird. Letzten Endes gibt es die kostenfreie Kreditkarte, die einige Banken versprechen, meistens nicht automatisch bei der Eröffnung des Kontos dazu. In vielen Fällen entscheidet die Bonität darüber, ob die Karte tatsächlich vergeben wird. Die besten Angebote finden man online in einem Kreditkartenvergleich.

Welche Voraussetzungen müssen für ein kostenloses Girokonto erfüllt sein?

Natürlich wünscht sich jeder ein kostenloses Girokonto, doch bekommt es jeder? Dem ist leider nicht so. Die Banken und Sparkassen sollen zwar jedem Bürger, der in Deutschland ansässig ist, ein Girokonto zur Verfügung stellen, doch es kann auf Guthabenbasis sein. Dieses Konto verbirgt wenige Risiken, denn der Kunde kann lediglich das Geld ausgeben, das er im Vorfeld eingezahlt oder von einem Dritten überwiesen bekommen hat. Zudem können sich die Banken ihre Kunden aussuchen, sodass es möglich ist, dass Kunden mit Schufa-Einträgen bzw. sehr schlechter Bonität abgelehnt werden. Kunden mit guter Bonität und regelmäßigen Geldeingängen wiederum nimmt jede Bank sehr gern. Teilweise wird für die Kontoeröffnung zudem gefordert, dass der Kunde volljährig sein und seinen Wohnsitz in Deutschland haben muss. Die jeweiligen Bedingungen legen die Banken selbst fest.

Gibt es ein kostenloses Girokonto auch bei der Sparkasse oder Postbank und anderen Banken?

Filialbanken wie Sparkassen, Postbank oder HypoVereinsbank mit einem großen Filialnetz bieten nur selten ein kostenfreies Girokonto an. Insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen versuchen sie, die höheren Ausgaben durch veranschlagte Kontoführungsgebühren auszugleichen. Daher werden Sie, wenn Sie ein gebührenfreies Girokonto wünschen, wahrscheinlich eher bei einer der zahlreichen Direktbanken fündig. Die Leistungen unterscheiden sich im Allgemeinen nicht. Ganz im Gegenteil, denn vor allem bei den Direktbanken wird meist zusätzlich zur Girocard noch eine kostenfreie Kreditkarte angeboten. Die Kosteneinsparungen werden im Rahmen attraktiver Konditionen an die Kunden weitergegeben. Der größte Unterschied zur Filialbank besteht darin, dass Sie keinen persönlichen Berater haben.

Bei welchen Anbietern erhalten Kunden ein kostenloses Girokonto?

Gebührenfreie Girokonten erhalten Sie von verschiedenen Direktbanken, beispielsweise:

  • DKB
  • ING Diba
  • Norisbank
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Wüstenrot-Bank
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Sparda-Banken

Der Grund, dass es vermehrt Direktbanken sind, ist, dass sie über kein eigenes Filialnetz verfügen und somit keine hohen Ausgaben für Miete und Bankberater anfallen. Die Kontoführung wird gänzlich über Online-Banking abgewickelt. Daher können sie eher ein kostenfreies Konto anbieten. Wenn Sie nach dem besten Girokonto suchen, ist ein Online-Vergleich mit der Hilfe eines Vergleichsrechners ratsam. Er berücksichtigt die möglicherweise anfallenden Grundgebühren und weitere Faktoren, zum Beispiel die Anzahl der verfügbaren Geldautomaten, an denen kostenfrei Bargeld abgehoben werden kann sowie die Höhe der Gebühren, die für die Nutzung der Kreditkarte anfallen. Damit genügend Möglichkeiten bestehen, Bargeld abzuheben, sollten einige Bankautomaten des Instituts in der Nähe vorhanden oder die gewählte Bank Mitglied im Bankenverbund sein. Dadurch müssen Sie bei institutsfremden Automaten ebenso keine Gebühren zahlen.

Fazit zum gebührenfreien Girokonto

Ein Girokonto ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Spätestens beim ersten Gehaltseingang muss es eröffnet werden. Wie der Vergleich zeigt, kosten einige Girokonten eine Menge Geld. Doch es gibt auch Banken in Deutschland, die kostenfreie Girokonten anbieten. Dies sind vorwiegend Direktbanken, die komplett kostenfreie Kontopakete inklusive einer gebührenfreien Kreditkarte zur Verfügung stellen. Als kostenlos gilt ein Konto, wenn keine monatliche Grundgebühr sowie kein Geld für Überweisungen oder die Girokarte berechnet werden. Bringen Sie in Erfahrung, ob bei der Nutzung der EC- und Kreditkarte für Zahlungen im Ausland Gebühren anfallen. Vergleichen Sie vor der Eröffnung des Kontos die Bedingungen. Die Bank sollte beispielsweise keinen bestimmten Mindestbetrag für den Geldeingang fordern oder versteckte Kosten beinhalten. Achten Sie daher nicht nur auf diese Kontoführungsgebühr, sondern auch auf Kosten, die vielleicht für andere Leistungen anfallen. Leider bekommt nicht jeder ein kostenloses Girokonto. Die Schufa spielt hierbei eine wichtige Rolle, denn sie gibt Auskunft über die Bonität. Bei negativen Schufa-Einträgen kann es passieren, dass die Bank den Antrag für das Girokonto ablehnt. Manchmal wird lediglich ein Girokonto auf Guthabenbasis angeboten.

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